Montag, 29. Juni 2015

Auf Abwegen im Dartmoor

29. Juni ■ Maker Camping bei Plymouth - Churchtown Peter Tavi bei Tavistock (70 Kilometer und einige Höhenmeter)

Plymouth
Ordentlich gestärkt durch Selfmade-Porridge um dem voraussichtlich recht anspruchsvollen Tourprofil zu genügen, saßen wir kurz gegen halb elf auf dem Sattel. Zurück in Plymouth herrschte an der Torpoint Ferry Hochbetrieb; 2 Fähren im Einsatz. Vorher erstanden wir noch  ein englisches Ladegerät; unsere Stecker sind nicht kompatibel. Andis Handy konnte der Chef aber leider nicht reparieren.

Radfahrernachtisch
Danach fuhren wir ewig, wie meist in der Großstadt, auf teils steilen Straßen durch Plymouth bis wir an einem gigantischen Autobahnkreuz endlich auf das National Cycle Network stießen. Klasse, wenn alle Wege so sind wie heute. Dann lässt sich in England ausgezeichnet Rad fahren.

Dartmoor...
Die Strecke führte anfangs auf einer alten Bahnstrecke im Tal des Plym- River ständig leicht bergauf. Nach etwa 20 Kilometern begann das bekannte Dartmoor (hier lebt der Hund von Baskerville ;-) ), wo es auf kleinen Straßen oder Radwegen langsam, aber stetig voran ging. Die Landschaft ist  ziemlich hügelig und traumhaft grün.

Das Dartmoor ist eine Graslandschaft mit kleinen Büschen, auf dem viele Schafe und andere Tiere weiden. Manchmal führt die Armee hier Schießübungen durch, die durch Flaggen angekündigt werden.

...und die Ponies
Hier ging es nicht weiter
Leider übersahen wir während der Freude und dem Schwärmen über die Schönheit der Umgebung einen Radwegweiser und vertrauten blind dem Navi. So kamen wir nach mehreren Kilometern und einigen hundert Höhenmetern an einen Public Bridle Way, der für Radfahrer völlig ungeeignet war. Wir landeten in der Pampa und "klebten" am Hügel auf einem mittlerweile holprigen mit groben Steinen übersäten Weg und fragten uns schon, wo es weitergehen wird. 

Bed & Breakfast
Unser Ziel, Okehampton zu erreichen, war damit  passé. Auf der Hinfahrt hatten wir bereits eine Bett & Breakfeast-Unterkunft gesehen; etwa an der Stelle, an der wir falsch abbogen und den steileren Weg wählten ;-). Diese war schon belegt, aber die sehr nette Dame gab uns einige Tipps und Telefonnummern und  gleich nebenan war noch ein Zimmer frei.

Das Haus und das sehr freundliche ältere Paar entsprechen im positiven Sinne allen gängigen Klischees über England - großes Haus mit vielen Erinnerungsstücken, gepflegter englischer Garten mit Pferden, alte Möbel, Uhr mit Westminster-Glockenschlag, knarrende Dielen. Dies ist alles sehr romantisch, wie auf einem Schloss.