Freitag, 5. Juni 2015

Bei Saunatemperaturen nach Nevers

5. Juni ■ Bourbon-Lancy - Nevers (101 km)

Aus einer laut Planung gemütlichen Etappe wurde heute doch ein ganz schöner "Knochen".

Da bis zu 37°C angesagt waren, standen wir um halb sieben auf und saßen um 9 auf den Rädern.

Die erste Wegstrecke entfernte sich relativ weit von der Loire und führte uns in leicht hügeliger Strecke auf wunderbaren Straßen durch das landwirtschaftliche Hinterland. Immer wieder begegneten uns kleine Kuhherden und die 1. Heuernte war auch im vollen Gange. Außerdem ließen uns voll behangene Kirschbäume das Wasser im Mund zusammenlaufen. Leider noch nicht ganz reif.

Heute trafen wir Luca, einen Italiener auf Weltreise (Start am 15.02. d.J.- Route: Italien, Deutschland, Dänemark, Benelux, Frankreich, Spanien, Ägypten, Marokko, Südafrika, Ecuador bis nach Patagonien). Cooler Typ; und er hatte weniger Gepäck als wir ;-).

Später unterhielten wir uns noch mit einem Basken, der auf der Reise aus seiner Heimat in die Dolomiten war.

Weg am Kanal - schön, aber voll die Sonne!
Brücke über die Loire in Nevers
Nach 40 hügeligen, ganz fluffigen Kilometern erreichten wir bei glühender Hitze den Kanal und nach weiteren 15 Kilometern Decize, einen Ort mit Campingplatz. Dort gab es Mittag (der von Andi als eingelegter Tomatensalat gekaufte Salat entpuppte sich als leckerer Wurstsalat ;-) ) und wir hätten besser dort bleiben sollen, denn der zweite Teil gestaltete sich sehr zäh. Die angedachten, durchaus realistischen 90 Minuten für die letzten 30 Kilometer, verlängerten sich auf das doppelte. Die Hitze brachte Sandis Kreislauf an seine Grenzen und der Wasserverbrauch war immens. Die Sonne stach unbarmherzig. Aber was half es ... also weiter am Kanal entlang bis nach Chevenon. Nachdem wir uns den Berg hinauf gearbeitet hatten, fanden wir an Stelle des ersehnten Campingplatzes nur ein Schild "Campen verboten". Komisch...in der Karte und auch Osmand war er verzeichnet.

Nevers bei Nacht
Also noch mal 15 Kilometer Verlängerung; mehr recht als schlecht, zumindest für Sandi, wieder auf den Rädern gesessen und es nahm kein Ende ... so kamen wir gegen 17. 30 Uhr schweißströmend in Nevers (35.000 Einwohner) an.

Andi holte gleich im Anschluss  noch ein paar kulinarische Spezialitäten für den Abend. Es sollte ohne größeren  Aufwand schmecken; es gab passend zu den Temperaturen Gazpacho und Baguette, sowie Rotwein. Ein paar Oliven und Joghurt rundeten die Sache ab.

Abendlicher Blick vom Campingplatz
über den Fluss
Unser Zelt (Sandi hat es heute ausnahmsweise aufgebaut und tatsächlich: es steht) befindet sich an der Loire, die wir allerdings wegen einer riesigen Hecke nicht sehen. Gegenüber sehen wir den historischen  Stadtkern mit Schloss und Teilen der alten Stadtmauer.

Ein kurzer Abendspaziergang  folgte. Morgen möchte Sandi etwas Kultur ins Programm nehmen und 1 Tag pausieren und chillen.