Donnerstag, 2. Juli 2015

Pleiten, Pech und Pannen - mit Happy End

2. Juli ■ Dulverton - Stawell nahe Bridgwater (93 km)

Frühstück mit Weetabix und Marmite -
was will man mehr?
Die Wetterfrösche sagten zwischen 10 und 14 Uhr Dauerregen voraus und so entschieden wir uns, statt einer Wanderung am nahegelegenen Wimbleball Lake, für die Weiterfahrt Richtung Bristol. Also früh bei bewölktem Himmel hinein in die klammen Klamotten, das noch feuchte Zelt eingepackt und ab ging  es. Bei der Abfahrt brach Andis Seitenständer; nun ist er nur noch halb so lang ;-(.

Quak - viele Grüße
Pünktlich, wie vorhergesagt, kam der Regen. Unsere Regensachen machten ihn erträglich; nass, aber warm. Zum Glück war die Strecke nach einem Kurzanstieg im weiteren Verlauf flach.

Wir folgten dem nationalen Radweg Nr. 3 bis Taunton. Dort bemerkte Andi einen Platten im Hinterrad. Glück im Unglück: Wir waren in der Nähe der Tankstelle und der Regen ließ kurz nach. An der Tankstelle kostete das Luftaufpumpen allerdings 50 Pence (0,70 €).

Alles nass und dreckig
Kurz darauf gab es wahre Sturzfluten und die Kälte kroch langsam hoch. Wir "retteten" uns völlig durchnässt in einen großen Supermarkt mit Imbiss. Wir fanden alles, was zum improvisieren notwendig ist: auf der Toilette konnte man sich mit dem Handtrockner nicht nur die Hände trocknen, sondern auch aufwärmen. Da gerade Mittagszeit war, gab es Hühnerkuchen (Chickenpie) mit Erbsen und Pommes, sowie Tee, ebenfalls zum Aufwärmen.

Am Kanal
Weiter auf einem unbefestigten Weg mit vielen frischen Pfützen am Kanal entlang, sodass wir nun in kurzer Zeit wie Dreckferkel aussahen. Gegen 16 Uhr zeigte sich endlich die Sonne :-).

In Bridgwater verloren wir etwas die Orientierung, fuhren einmal im Kreis und dann auf einer vielbefahrenen Landstraße. Mittlerweile war es ziemlich spät geworden - wir suchten also den nächstgelegenen Campingplatz. Google Maps dachte sich dafür recht absonderliche Pfade aus; so standen wir schlussendlich auf einer riesigen gemähten, weglosen Wiese. Wir fanden ein Tor und kamen mitten auf einer Farm an. Der Bauer war etwas verwundert, uns zu sehen und erklärte freundlich den weiteren Weg.

Das Verhältnis zum Privatbesitz ist in England sehr viel ausgeprägter als bei uns in Deutschland. Die Felder und meist auch die Wälder sind eingezäunt und deren Betreten wird als Verletzung der Privatsphäre angesehen (so wie in Deutschland ein eingezäunter Garten).

Nicht wirklich daran geglaubt, kamen wir 2 Meilen weiter auf einem sehr detailgepflegt und freundlich geführten Campingplatz an.  Andi durfte dann reichlich 20 zusätzliche Kilometer strampeln, um ein kulinarisch ansprechendes Abendbrot zu sichern. Sandi kümmerte sich einstweilen um Zeltaufbau und Taschen- und Fahrradreinigung.

Es wurde sehr spät, so dass der allabendliche Spaziergang ins Wasser fiel.