Nachdem wir 14 Tage Land und Leute kennengelernt haben, wollen wir hier unsere ersten Eindrücke aus dieser Zeit festhalten.
Die Leute begegneten uns freundlich und zuvorkommend. Wenn wir Fragen hatten oder ratlos nach dem Weg suchten, wurden wir häufig angesprochen, ob wir Hilfe brauchen.
In den Einkaufsmärkten bekommt man ungefragt jede Menge von Plastiktüten (für uns momentan vorteilhaft, da wir dafür Verwendung als Mülltüten oder Dreckwäschebeutel hatten; ansonsten eher kritisch zu beurteilen). Der Einkauf wird von zusätzlichem Personal eingetütet. Es gibt auch Selbstbedienungskassen, an denen man bei Bedarf das Einscannen selbst übernehmen kann. Von weitem wird dies stichprobenartig beobachtet. In einige Läden steht der Kassierer dem Kunden gegenüber wie an einem Tresen.
Die Lebensmittel sind sehr gut deklariert (Ampelprinzip, Tierversuche). Brot und Brötchen sind auf die Dauer "langweilig"; wir sind ziemlich verwöhnt mit der Auswahl bei uns. Wein und Bier sind sehr teuer. Die Preise sind allgemein höher als in Deutschland.
Schilder jedweder Art gibt es grenzenlos (siehe "Schilderwald"); oft auch Selbstverständlichkeiten.
Die Region Südwestengland erscheint sehr viel gepflegter als Südostengland. Die Rasen wirklich englisch. Im dichter besiedelten Südosten werden die Straßen(ränder) und Wege als permanenter Mülleimer benutzt.
Für Radwege gibt es zwar umfangreiche Bemühungen, aber hier werden denen durch die hiesige Struktur (Autolobby; Besitzverhältnis) heftige Grenzen aufgezeigt. Wir mussten sehr viele "kreative" Wegverengungen (Schikanen) in Kauf nehmen an denen uns nichts anderes übrig blieb als abzusteigen, sowie hin und wieder die 50 kg-Räder!!! zu heben oder das Gepäck (10 Teile) abzupacken. Das war oft nervig und reduziert den Genuss doch erheblich. Zweimal mussten wir auf einem beschilderten Radweg den Rückzug antreten; dieses Hinweisschild fehlte ;).
Ein Teil der Wege war asphaltiert; der überwiegende jedoch unbefestigt. Die Randstreifen an Straßen waren immer geteert. Manchmal, hauptsächlich im dicht besiedelten Südosten, befand er sich der Radweg auch direkt neben einer 6-spurigen Straße.
Wie schon angedeutet scheinen die Menschen und Infrastruktur noch mehr auf Autos ausgerichtet zu sein als in Deutschland. Die Autofahrer sind aber meistens rücksichtsvoll; wir haben auf den 1000 Kilometern eigentlich nur eine einzige brenzlige Situation erlebt und die beruhte eher auf Schlafmützigkeit des Fahrers, der Sandi die Vorfahrt nahm. Die hohen Hecken, vor allem im Südwesten, waren für uns kein Problem, da die Autofahrer auch entsprechend "geschult" waren.
London ist auch für Fahrradfahrer, die kein Problem mit Menschenmassen haben, durchaus realisierbar. Sollte man sich aber auf Sightseeingtour begeben ist der Nahverkehr empfehlenswert, jedoch die Fahrkarten schon vorher erwerben.